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Babywatching lehrt Gefühle

»Oh, guck mal, Thalia ist aber gerne bei ihrer Mama auf dem Arm. Wie die sich ankuschelt…«

Ein kleines Baby schaut seine Mutter an, wenn sie mit ihm spricht, fühlt sich offensichtlich geborgen in ihrem Arm. Die Situation ist nicht Ungewöhnliches, aber hier sitzt eine ganze Kitagruppe und beobachtet die Interaktion zwischen Mutter und Kind ganz genau: Was sagt die Mama zu ihrem Kind, wie reagiert das kleine Baby… Unser „erstes“ Baby Randy war gerade erst ein paar Wochen alt, als es uns zum ersten Mal zu uns ins Familienzentrum kam. Rund ein Jahr lang besuchte Randy uns mit seiner Mama einmal in der Woche, manchmal war auch der Papa mit dabei. Mit fast einem Jahr konnte er schon ganz viel selber machen. Auf Randy folgte ein „neues“ Baby: Elsa. Das kleine Mädchen besuchte uns ebenfalls regelmäßig mit seiner Mama und unsere Kindergartenkinder haben so manche Entwicklung des Babys mit Staunen und Zuneigung entdeckt. Inzwischen ist bereits unsere 3. Baby-Zeit zu Ende gegangen: Ein Jahr lang war Thalia mit ihrer Mama Alina „unser Baby“. Ab Juni begrüßen wir Ella und ihre Mama. Das kleine Mädchen ist am 28. April 2018 geboren. Unsere Kitakinder freuen sich schon auf eine spannende Babywatching-Zeit!

Für viele Einzelkinder ist es die erste und oft auch einzige Möglichkeit, bei der Entwicklung eines Babys dabei zu sein. Sie lernen das Verhalten zu beschreiben und zu analysieren. Hierzu ist die Erzieherin als B.A.S.E.®-Gruppenleiterin besonders geschult und unterstützt die Kinder durch gezielte Fragen, die helfen, sich in die Emotionen und Motivationen von Mutter, Vater und Kind einzufühlen. Auch die Eltern genießen diese Zeit mit ihrem Kind. Sie freuen sich, ihre Freude über das Kind mit anderen zu teilen.

Wenn Ella sich in einigen Wochen ihrer Umwelt zuwendet, treten die Kindergartenkinder mit dem Baby in Kontakt, erleben seine Aufmerksamkeit und lernen aus seinen Reaktionen. Nachdem das Programm nun schon im vierten Jahr läuft, sind wir im Familienzentrum von der Qualität und Nachhaltigkeit des Babywatchings und der Baby-Begegnung überzeugt. Wie Studien zeigen, hat sich auch bei uns der Umgang und das Bindungsverhalten der Kinder positiv verändert: Babywatching wirkt auf alle Beteiligten wie eine Schule der Empathie.
> www.base-babywatching.de

 

Mit dem Palaverzelt® zur positiven Konfliktkultur

»Wenn ein Mensch im Stande ist, einem anderen gegenüber echte Annahme zu empfinden, besitzt er die Fähigkeit, dem anderen ein mächtiger Helfer zu sein.« | Thomas Gordon

Wer kennt es nicht: Kinder streiten sich nicht nur im Kindergarten um Spielsachen, beste Freunde, den Platz in der Runde oder wer mitspielen darf. Streit und Gerangel gehören zum Kinderalltag dazu. Durch Auseinandersetzungen lernen Kinder, Sichtweisen anderer zu verstehen, moralische Werte aufzubauen und soziales Verhalten zu entwickeln. Nicht der Konflikt ist das Problem, sondern wie wir damit umgehen.
Kinder sollen erfahren, dass es bei Streit immer eine Lösung gibt. Sie sollen lernen, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und ernst zu nehmen, aber gleichzeitig auch die Wünsche des anderen Kindes zu respektieren. Das Lernziel ist ein konstruktives Konfliktverhalten, das Kindern zeigt, dass es möglich ist, sich zu arrangieren und im gegenseitigen Einvernehmen eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung zu erreichen.

Mit dem Programm „Palaverzelt“ wurde ein Konfliktlösungsritual speziell für Kitas und Grundschulen entwickelt. Auch bei uns im Familienzentrum Stockum und Horst lernen Kinder mit Unterstützung der Erzieherinnen, ihre Streitigkeiten konstruktiv zu lösen. Dabei haben die „Großen“ durchaus Vorbildfunktion: defensiv abwarten, auf den anderen zugehen, offen eingreifen – verschiedene Verhaltensmuster werden spielerisch erprobt und kindgerecht umgesetzt. Die Kinder erlernen Rituale und Techniken, wie sie auf Konfliktsituationen gewaltlos reagieren und diese selbständig lösen können. Sie entwickeln soziale Kompetenzen wie Konflikt- und Teamfähigkeit, die auch innerhalb der Familie oder später in Schule oder Ausbildung unverzichtbar sind.

Das Haltungs-Dreieck…

Den Umgang mit Konflikten sollten drei Haltungen prägen:
Wertschätzung & Annahme denn Zugehörigkeit und sozial akzeptiert zu sein, sind wichtige Bedürfnissen. Kinder brauchen die Anerkennung ihrer Eltern, Erzieher/-innen und Freunde.
Aktives Zuhören & Nachfragen – einen Dialog mit dem Gesprächspartner führen, Empathie und Verständnis zeigen, das Gesagte „spiegeln“, um Missverständnisse zu klären und Kontrahenten zu motivieren, eigene Lösungen zu finden.
Unparteiisches Vermitteln – Neutralität ist Basis der Methode „Palaverzelt“. Unsere Erzieherinnen, die als Mediatorinnen vermitteln, werden hierzu besonders geschult. Sie agieren nicht als Streitschlichter und mischen sich nicht in die Auseinandersetzung mit Beurteilungen im Sinne von „schuldig oder unschuldig“ ein. Ziel der Konfliktvermittlung ist es vielmehr, die Kinder aktiv durch Gesprächsprozesse zu einer Einigung zu führen.

Der Konfliktlösungs-Kompass…

In der Methode „Palaverzelt“ erfolgt die Auseinandersetzung mit dem Konflikt an einem konkreten Streit in vier Schritten:
Streitsituation darstellen – Kinder lernen, dem anderen zuzuhören und die unterschiedlichen Sichtweisen der Konfliktparteien zu verstehen.
Gefühle ausdrücken – Angst, Ärger, Wut, sich ausgeschlossen fühlen… Was macht der Streit mit mir, mit dir?
Bedürfnisse und Wünsche – Welche Positionen und Interessen stehen hinter den Konfliktbeteiligten? Wie lassen sich Kompromisse schließen, die beiden Seiten gerecht werden?
Lösungsvorschläge und Einigung – In einem Brainstorming werden möglichst viele Ideen gesammelt, die im Anschluss auf Fairness, Realisierbarkeit und Berücksichtigung der unterschiedlichen Interessen diskutiert werden. Die so gemeinsam gefundene Einigung stärkt die Beziehung der Kinder untereinander.
> www.palaverzelt.de

Salutogenese – Entstehung von Gesundheit

»Mit guter Selbsterkenntnis und gesundem Selbstvertrauen ist es möglich im Fluss des Lebens ein glücklicher Schwimmer zu sein.«

Das Konzept der Salutogenese (salus = Gesundheit; genese = Entstehung) geht auf Aaron Antonovsky zurück. Er fragt nicht nach den Ursachen von Krankheiten, sondern nach den Gründen, warum Menschen gesund bleiben oder es wieder werden. Damit löst er sich vom klassischen medizinischen Verständnis, dass nach den Auslösern von Krankheit forscht.
Nach dem Salutogenesemodell von Antonovsky ist Gesundheit kein Zustand, sondern muss als kontinuierlicher Prozess verstanden werden. Es gilt Ressourcen, sprich positive Gesundheitsziele zu entdecken, die uns Sicherheit, Freude, Lust und Sinnerfüllung im Leben versprechen. Das klassische Bild, das Antonovsky für diese Dynamik benutzt, ist der Mensch, der sich in einem Fluss bewegt. Er muss dabei Stromschnellen, Wasserfälle und Untiefen überwinden, kommt gelegentlich auch in ruhigere Zonen und überlebt die Gefahrenzonen letztlich nur, wenn ihm ausreichend persönliche Widerstandskraft und Schutzfaktoren zur Verfügung stehen und eine entsprechend positive Grundeinstellung – sein Überlebenswillen – vorhanden ist.

Akzeptanz, Sicherheit und Einbindung sind Grundvoraussetzungen für gesunde Entwicklung, es sind primäre Bedürfnisse, die sich auch in dem von Antonovsky definierten „Kohärenzgefühl“ wiederfinden. Dieses bezeichnet nichts anderes als die Fähigkeit eines Menschen, die Welt als zusammenhängend und sinnvoll zu erleben und vorhandene Ressourcen so zu nutzen, dass sie zu seiner Gesundheit und zu seinem Wohlgefühl beitragen. Die Ausprägung und Stärke dieses „Kohärenzgefühls“ hängt von der Lebenserfahrung eines Menschen ab, von der Gesellschaft, in der er lebt, und der sozialen Rolle, die er einnimmt. Es wirkt aber auch auf den Umgang mit neuen Lebenserfahrungen.

Die wesentlichen Elemente dieses Kohärenzgefühls lassen sich folgendermaßen beschreiben:

Verstehbarkeit – die Fähigkeit, die eigene Umwelt so zu ordnen und zu strukturieren, dass sie sinnvoll interpretiert werden kann Handhabbarkeit – das Bewusstsein, Situationen und Probleme aktiv meistern zu können
Das Gefühl der Bedeutsamkeit / Sinnhaftigkeit – etwas selbst bewältigen wollen, weil es als sinnvoll erlebt wird.
Diese salutogenetische Orientierung haben wir in unserem Familienzentrum für Stockum und Horst konzeptionell verankert. In allen drei Einrichtungen nimmt der Gedanke des gesunden Aufwachsens einen großen Raum ein.

Unser übergeordnetes langfristiges Ziel für Ihre Kinder:

Gesundheitsbewusstes Verhalten stärken im Sinne von Spüren, Entdecken und Akzeptieren eigener Stimmungen, Bedürfnisse und Erwartungen. Wir wollen Kinder auf ihrem Weg begleiten, ein harmonisches Selbstempfinden zu entwickeln, das ihnen hilft, ihre innere und äußere Welt in Einklang zu bringen. Das Gefühl „Ich gehöre dazu“, das Gespür sich in andere hineinversetzen zu können – die Fähigkeit der Empathie – unterstützen den sozialen Reifeprozess der Kinder.
Erst wenn wir Erwachsenen verstehen, Bildung immer im Zusammenhang mit Gesundheit zu sehen, werden unsere Kinder die Chance haben, allen Anforderungen des täglichen Lebens positiv zu begegnen. Wir machen Gesundheit zu einem elementaren Teil von Bildung. Gerade im Kindergartenalter liegt die lernintensivste Zeit eines jeden Menschen. Wir interpretieren Gesundheitsbildung als Chance, individuelle Potenziale zu erkennen und zu fördern, um die Freude am Erwerb von Wissen aufrecht zu erhalten.

Balancieren und Klettern nach Herzenslust

Bewegungspädagogik von Elfriede Hengstenberg im Familienzentrum Stockum und Horst

Hölzer, Scheiben, Stangen, Hocker und Leitern: Die Hengstenberg-Geräte – gefertigt aus Naturholz – kommen unspektakulär daher. Den Namen verdanken sie ihrer Schöpferin Elfriede Hengstenberg, die schon in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts erkannte, dass Gesundheitsschäden durch einseitige Belastung und langes Stillsitzen entstehen und isolierte Übungsprogramme nur oberflächlich Wirkung zeigen. Die Gymnastiklehrerin verließ die durch ihre Ausbildung vorgezeichneten Pfade und begann zu experimentieren, indem sie Kinder (und Erwachsene) mit einfachen Materialien wie Kippelscheiben und Vierkanthölzern zu selbstgesteuerte Bewegung ermutigte. Sie stellte fest, dass Kinder, die sich forschend einer selbstgestellten Aufgabe widmeten, statt Bewegung zu trainieren, eine positive Entwicklung eintrat.

Wir erleben in unseren Kitas, dass viele Kinder es nicht mehr gewohnt sind, selbständig ihr Gleichgewicht zu finden. Eine gelungene Bewegungsentwicklung jedoch ist Grundlage für eine gesunde Persönlichkeitsentfaltung. Balancieren, dem eigenen Impuls gehorchen, einen Kletterparcours bauen – mit Hilfe der Hengstenberg-Geräten entdecken Kinder spielerisch ihre Fähigkeiten, erforschen z.B. Berührungs- und Tastsinn, Gleichgewicht und Schwerkraft und lernen ganz nebenbei komplexe Zusammenhänge wie Abstraktion und Orientierung, Vertrauen und Lebensfreude. Die Kinder agieren mit Begeisterung und Konzentration. Sie können eigene Ideen ausprobieren, werden sicher in der Koordination….

Für die U3-Kinder stehen uns zudem Emmi-Pikler-Materialien zur Verfügung, die speziell Kleinkindern einen besonderen Spielraum ermöglichen, sie zu Eigenaktivität im freien Spiel und Bewegung anregen.
Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie mehr zu unseren Bewegungsprogrammen wissen möchten.

> Mehr Informationen finden Sie auch auf der Website der Hengstenberg-Pikler-Gesellschaft e.V.

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Wir sind das Familienzentrum Stockum und Horst

Ev. Kita „Jona“ | Birkenstraße 34 | 59368 Werne-Stockum | Tel. 02389 987488 | Fax 02389 987489
Kath. Kita „St. Sophia“ | Kirchstraße 15 | 59368 Werne-Stockum | Tel. 02389 6957 | Fax 02389 7796975

Unsere Kitas auf einen Klick: info@familienzentrum-stockum-horst.de

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